Fair-Teiler: Kühlschrank mit geretteten Lebensmitteln

Der Film „We feed the world“ öffnete so manchen die Augen. Ein Großteil unserer Lebensmittel landen unverbraucht im Müll. In Wien wird täglich gleich viel Brot entsorgt, wie in Graz verbraucht wird.

Diesen Fakten sind schwer verdaulich. Darum haben sich einige  „LebensmittelretterInnen“ zusammen getan und Foodsharing ins Leben gerufen. Foodsharing ist eine Initiative aus vielen LebensmittelretterInnen (auch Foodsaver genannt), die der Lebensmittelverschwendung entgegensetzt und Lebensmittel von Lebensmittelbetrieben aller Art rettet.

Seit 2013 haben sich bereits über 20.000 ehrenamtliche Menschen, die etwas gegen die foodsharing-deLebensmittelverschwendung unternehmen wollen, bei der Plattform Foodsharing angemeldet und tausende Freiwillige von ihnen retten schon aktiv in über. 2.700 Betrieben.

In erster Linie geht es darum, dass Lebensmittel gegessen und nicht weggeworfen werden sollen. Mitmachen kann jeder, und das ganz einfach. Über die Plattform https://foodsharing.at/ meldet man sich an, liest sich alle wichtigen Informationen von Foodsharing durch und beantwortet in Kürze ein paar Fragen. Schon kannst du mit anderen Foodsavern in Kontakt treten und Lebensmittel retten.

Du hast keine Zeit um Lebensmittel zu retten? Noch einfacher funktionieren die Fair-Teiler. Hierbei handelt es sich um Kühlschränke an öffentlich zugänglichen Plätzen, in die man jederzeit überschüssige Waren legen und aus denen man umgekehrt solche auch herausnehmen kann.

Eine Liste mit Fair-Teilern in Wien findest du hier.

Alles Holler

Jetzt ist der Holler (auch Holunder genannt) gerade kräftig am Blühen. An allen Ecken der Stadt duftet es fein nach Hollerblüten. Genau die richtige Zeit dir genug davon zu pflücken, denn aus Holler kann man so einiges machen..

Tipp 1: Pflück dir doch deinen eigenen Hollerblüten Tee.

Pflück die Hollerblüten an trockenen Tagen, in voller Blüte. Trockne die Blüten an einem schattigen Platz und fülle sie getrocknet in Gläser ab.

Wirkung?
►bei fiebrigen Erkältungen
►wirkt schweißtreibend
►stärkt das Immunsystem
Besonders gut in Kombination mit Ingwer und Honig!

Tipp 2: Mach dir deinen eigenen Hollerblüten Sirup

Mit den frischen Hollerblüten kannst du ganz leicht einen Sirup herstellen. Dazu brauchst du:
1 l Wasser
1 kg Zucker1 handvoll Hollerblüten
20 g Zitronensäure
1 Zitrone oder Orange

►Hollerbüten etwas ausschütteln (damit Insekten verschwinden) aber nicht waschen
►Wasser und Zucker vermengen
►Hollerblüten, Orangen oder Zitronen schneiden und alles ins Zucker-Wasser geben
►1-2 Tage stehen lassen und hin und wieder umrühren
►Sirup abseihen und Zitronensäure hinzufügen
►einmal kurz heiß aufkochen und in Flaschen abfüllen

Tipp3: ..und als Nachspeise: Hollerblüten in Bierteig gebacken

Du brauchst:
2 Eier
150 g Mehl1 Prise Salz
125 ml Bier
5 EL Milch
8 Hollerblüten

Mehl, Bier, Milch, Salz, Eier zu einem Teig verrühren (ev. + Zucker).
Hollerblüten in Teig tauchen und in heißer Pfanne mit Öl goldbraun backen.
Mit Staubzucker und Zimt garnieren.

Lass dir’s schmecken.

Und übrigens: Im Augarten verstecken sich viele Hollerstauden, fernab von Straße und Verkehr.

Tannenwipfel-Sirup gegen Husten

Tannen und Fichten treiben jetzt in den Wäldern hellgrün an. Sammle die frischen Triebe und mach dir deinen eigenen Husten-Sirup!

Du brauchst für 1 Glas:

  • zwei handvoll frische Tannen- oder Fichtenwipfel
  • Zucker oder Honig

Oma’s Rezept:

  • schichtweise Tannen- oder Fichtenwipfel und Zucker/Honig in ein Glas füllen
    ca. 1 cm Schichten, oberste Schicht Zucker/Honig
  • in der Sonne ca. 3 Wochen stehen lassen
  • Zucker verflüssigt sich mit der Zeit. Man kann ein bisschen nachhelfen indem man das Glas im Wasserbad erwärmt.
  • abseihen und fertig ist dein Husten-Sirup

Anwendung:

  • mehrmals täglich 1 Löffel

Achtung!
Tannen oder Fichten nicht mit den giftigen Eiben verwechseln!!
Gerade in Wien gibt es wenige Tannen und Fichten in der Stadt. Sammeltipp: du fährst am Wochenende ins Grüne? Spaziere kurz in einen Wald, hier findest du genug Fichten oder Tannen..

  • Fichte: spitz und kurze Nadeln
  • Tanne: dunkle, flache und stumpfe Nadeln, glänzender als Eibe, Hinterseite 2 weiße Wachsstreifen
  • Eibe: weiche Nadeln, Oberseite dunkelgrüner und nicht so glänzend, rote Früchte im Sommer, oft als Hecke

 

FOODCOOPS – eine Alternative zu Supermärkten – Warum?

►Heute gehören Supermärkte zu den mächtigsten Akteuren im Lebensmittelgeschäft: In Österreich kontrollieren die drei größten Supermarktketten 80% des Marktes (Rewe, Spar, Hofer)

►Wegwerf-Kapitalismus: 30-50% der Ware vom Feld in den Haushalt geht „verloren“!

►Supermärkte unterstützen agroindustrielle Monokulturen. Die hat viele negative Seiten: hohe Treibhausgasemissionen, hohen Transport-, Energie- und Verpackungsaufwand, enorme ökologische Auswirkungen

►Dumpingpreise führen Bauern und Bäuerinnen in ihre Existenzgefährdung. Vor allem kleine Betriebe sind stark davon betroffen.

►Greenwashing von Supermärkten durch das Angebot an „grünen“ und „nachhaltigen“ Produkten. Produkte mit der Kennzeichnung „100% natürlich“, „frei von Zusatzstoffen“ sind deswegen nicht gesünder und schon gar nicht biologisch hergestellt.

►Auch wer Bio kauft, unterstützt meist große agroindustrielle Betriebe, da kleine Betriebe gar nicht in dem Ausmaß, wie es Supermärkte brauchen, beliefern könnten.

In Wien schießen Foodcoops aus dem Boden wie Pilze. Informiere dich selbst!
http://foodcoops.at/

Maibowle mit Waldmeister

Schmeck den Frühling in deiner selbstgemachten Bowle!

Die Maibowle hat eine alte Tradition und ist für den Frühling ein klassisch, erfrschendes Getränk das ganz zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

Für deine Maibowle brauchst du Waldmeister. Er wächst zurzeit überall in den Buchenwäldern rund um Wien. Pflück dir eine Handvoll (ca. 5 g). Waldmeister enthält Cumarin. Seine typischen Duftstoffe entwickeln sich erst in einem leicht angewelkten Zustand. Lege ihn gewaschen für ein paar Stunden in den Kühlschrank, so entwickelt er das beste Aroma.

So geht’s

  • verwelkten Waldmeister in 1l trockenen Wein hängen (Stängel nicht – das macht die Bowle bitter)
  • 15min ziehen lassen
  • Zitronen-, Limettenscheiben und Minze dazugeben (je nach belieben)
  • abseihen und 1l Sekt dazugeben
  • wer es etwas süßer mag gibt etwas Zucker dazu

Selbstversorgung für dein RADL

Das Radl freundliche Wetter lässt grüßen. verstaubt? verrostet? keine Luft?

auf in eine Fahrrad Selbsthilfe Werkstatt!
►Radwerkstatt im WUK, Mo-Mi 15-19 Uhr (Währinger Straße 59, 1090 Wien)
►Bikekitchen ReparierBAR, Donnerstags ab 16 Uhr (Goldschlagstraße 8, 1150 Wien)
..es ist immer jemand da der einem weiter hilft und Tipps gibt! Probier’s aus!

►..und wenn du eines brauchst: http://www.radflohmarkt.at/

Lebensmittel haltbar machen – aber wie?

Frische Lebensmittel sind am Vitaminreichsten und schecken viel besser. Hier findest du ein paar Tricks wie du deine Lebensmittel länger haltbar machen kannst:

  1. Aufbewahren im Kühlschrank
    Luftdicht in plastikfreien Aufbewahrungsbehältern
  2. Geschirrtuch
    Für Brot eignet sich ein trockenes Geschirrtuch
    Für leicht austrocknendes Gemüse wie Spargel, Salat, Wurzelgemüse eignet sich ein feuchtes Geschirrtuch
  3. Kartoffel und Obstkisten
    Im dunklen, kühl lassen sich Kartoffel oder Äpfel am Besten lagern
  4. Trocknen von Gemüse, Obst und Kräuter
    Pilze, Tomaten, Zucchini, Äpfel, Beeren, … kannst du kleingeschnitten leicht trocknen (ev. im Rohr). Auch Kräuter lassen sich leicht trocknen! Nicht länger als 1 Jahr Vorrat trocknen.
  5. Kräuter oder Suppengemüse mit Salz
    Suppengemüse oder Kräuter klein schneiden und mit Salz in kleine Gläser abfüllen
  6. mit Salz (Milchsäure-Gärung)
    Gemüse lässt sich sehr einfach in einer Salzlacke einlegen. Dazu gibst du frisches Gemüse in ein Glas + 3 Teelöffel Salz auf 1l Wasser, bei Raumtemperatur ohne Deckel stehen lassen, nach 3 Tagen essfertig (oder in den Kühlschrank damit)
  7. mit Öl
    Das beliebteste Rezept ist Pesto. Auch Kräuter oder Gemüse (gekocht oder getrocknet) kannst du mit Öl konservieren.
  8. mit Essig
    Gurken, Pfefferoni, Zwiebel, … können leicht in Essig eingelegt werden
  9. mit Zucker (=Sirup)
    1l Wasser + 1kg Zucker + gewünschte Zutat (Holler, Löwenzahn, Melisse…) kochen, abseihen und heiß abfüllen
  10. mit Alkohol
    Der Rumtopf ist eine altbekannte Methode zur Konservierung von Obst. Obst + gleiche Menge an Zucker + Rum schichtweise in einen Topf geben
    Likör macht man ganz einfach: Obst klein geschnitten mit Korn Schnaps übergossen und Luftdicht verschlossen 3-5 Wochen stehen lassen.
  11. Einkochen
    Gemüse, Obst kochen und heiß in Gläser abfüllen. Zucker oder Salz für längere Haltbarkeit

    IMG_4028nicht auf’s Beschriften vergessen!