Die richtige Zeit zum Wildobst sammeln..

Viele Hecken und Sträucher tragen schon Früchte. Jetzt ist es an der Zeit, Wildbeeren und Wildobst zu Sammeln bevor die Vögel alles wegschnabulieren. Wildobst Hecken sind ökologisch sehr wertvoll, denn sie bieten vielen Tieren Unterschlupf und ein ausgiebiges Nahrungsangebot. Auch für uns sind die Früchte der Wildobst Hecken sehr wertvoll, denn sie enthalten viele Vitamine!

Was kann ich jetzt sammeln?

  • Hundsrose, Wildrose – Rosa canina

Die Hundsrose kennen wir alle, wenn Ende August die Früchte zu reifen beginnen. Hätschibätschi oder Hagebutten werden die roten Früchte genannt. Sie sind die Vitamin-C reichsten Wildfrüchte und dienten früher Ersatz für Zitrusfrüchte. Der Geschmack ist säuerlich-süß. Am besten die Früchte nach dem Frost ernten, oder alternativ in der Gefriertruhe durchfrieren lassen. Die Hagebutten entkernen, am besten mit Handschuhen, da die Kerne juckende Härchen besitzen. (Kindheitserinnerung: Juckpulver)

Für Tee die Früchte trocknen oder frisch zu Fruchtaufstrich oder Likör verarbeiten. Die Kerne haben ein leichtes Vanillearoma und können ebenso verwendet werden, aber unbedingt fein filtrieren (Sieb), wegen der Härchen. Auch die Blüten können zu Tee verarbeitet werden, der gegen Durchfall hilft.

Die Vitamin-C reichen Hagebutten stärken die Abwehrkräfte und das Immunsystem.

Rezept und Anleitung gibt’s hier

  • Gewöhnliche Schlehe, Schwarzdorn – Prunus spinosa

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    „Illustration Prunus spinosa1“. Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons.

Blüten können für Teemischungen und Desserts verwendet werden. Jedoch sollten sie nur sparsam verwendet werden, da sie Blausäureglykoside enthalten.

Die Früchte werden nach dem Frost geerntet, da sie dann nicht mehr so herb schmecken. Man kann die Früchte aber auch einfach kurz in der Tiefkühltruhe durchfrieren lassen. Aus den Schlehen kann Fruchtaufstrich, Likör oder Saft gemacht werden.

Schlehen sind ein Altes Nahrungs- und Heilmittel. Die enthaltenen Flavonoide stärken das Immunsystem und wirken antioxidantisch. Sie können Zellen von freien Radikalen schützen, helfen bei Allergien und wirken antikrebserregend.

Rezept und Anleitung gibt’s hier

  • Mirabellen (oft auch Kriecherl genannt)

Mirabellen gibt es ganz viele auf der Donauinsel. Die Früchte sind gerade jetzt reif. Strauch schütteln und die reifen Mirabellen einsammeln. Besonders lecker schmecken sie im Müsli, als Marmelade oder einfach so zum Naschen.

  • Schwarzer Holunder – Sambucus nigra

Die Blüten des Holunders haben wir bereits im Juni/Juli kennengelernt. Der herrliche Saft aus den Blüten erinnert an den Sommer. Im Spätsommer verwandeln sich die übrigen Blütendolden in schwarze Beeren, die sehr vitaminreich sind. Die Beeren enthalten einen hohen Flavonoidgehalt, der für eine erhöhte Widerstandskraft gegenüber Infekten, Grippeviren, Allergien und krebserregenden Stoffen wirkt.

Unreif und roh sind die Beeren giftig. Durch Erhitzen über 80°C bei der Zubereitung werden die Hollerbeeren genießbar.

Es kann aus den reifen Beeren ebenfalls Saft hergestellt werden. Dafür ist ein Entsafter oder eine Flotte Lotte notwendig. Außerdem können die Früchte zu Likör, Chutney oder zu Hollerkoch verarbeitet werden.

Der Holler und seine Vitamine

Wo finde ich Wildobst Hecken?

Besonders viele Wildobst Hecken findest du auf der Donauinsel. Schlehen, Mirabellen und Heckenrose sind dort häufig vertreten. Schwarzen Holler findest du sehr viel im Augarten.

Viel Spaß beim Naschen!

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rechts: Schlehe und Hundsrose/ links: Mirabelle

 

Der Holler und seine Vitamine

Schön langsam ist es soweit. Die Hollerbeeren (auch Holunderbeeren genannt) werden reif! Hollerbeeren enthalten sehr viele Vitamine, die dein Immunsystem aufpeppen werden:

  • Eisen
  • Vitamin A
  • Vitamin B1, B2 und B6
  • Niacin
  • Vitamin C

[Quelle]

Aber Vorsicht! Unreif und roh sind die Hollerbeeren giftig, denn sie enthalten die giftige Substanz Sambunigrin (vorrangig in unreifen Zustand). Dies kann zu Verdauunsstörungen und Brechreiz führen. Durch Erhitzen über 80 Grad Celsius wird das Sambunigrin unschädlich gemacht. Und am Besten den Holler erst ernten, wenn die Beeren dunkel sind.

Wo finde ich Hollerbeeren in Wien?

Hollerstauden wachsen fast überall in der Stadt. Im Augarten findest du ganz viele davon, die du bedenkenlos verwenden kannst.
Verwechslungsmöglichkeiten: mit dem Zwergholunder, dieser hat spitze und schmalere Blätter. Die freifen Fruchtstände stehen aufrecht – die des Holunders sind hängend.

Was mache ich aus Hollerbeeren? 

Aus Hollerbeeren kannst du Saft, Mus, Marmelade, Kompott oder Likör machen. Ein beliebtes Rezept ist der Hollerkoch oder Hollerröster. Die Beeren müssen nach der Ernte schnell verarbeitet und unbedingt erhitzt werden. Nach dem Waschen lassen sich die kleinen Beeren leicht mit einer Gabel von den Fruchtständen lösen. Beim Ablösen von Hand können die Beeren leicht platzen und die Finger unerwünscht blau färben. Wenn das passiert, mit Zitrone reinigen.

Rezept Hollerkoch

  • 500 g Holunderbeeren (Hollerbeeren)
  • 1/8 L Wasser
  • 100 g Zucker
  • 1 Zimtstange
  • einige Gewürznelken
  • Saft von einer 1/2 Zitrone
  • 1 EL Jamaica-Rum

Holunderbeeren waschen und von den Zweigen (Dolden) zupfen. Wasser, Zucker, und Gewürze aufkochen, die Gewürze dann wieder entfernen. Rum und Zitronensaft zugießen und kurz unter Rühren aufkochen, eventuell mit Rotwein verfeinern. Fertig ist dein Hollerkoch.

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[Foto: pflanzenfreunde.com]